Die Einen empfangen, die Anderen vertreiben.

Gelungenes Konzert des Bahtalo Projektes wird überschattet von drohender Räumung des von Roma bewohnten Hauses In den Peschen.

 Am vergangenen Sonntag hatten sich hunderte Menschen in der Aula der Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen eingefunden, um der Einladung des Bahtalo Projektes zu folgen.Dort fand das inzwischen zweite Konzert des Roma Projekt Chores statt, der sich aus Familien des in letzter Zeit so häufig in den Schlagzeilen stehenden Hauses und deren Unterstützer zusammensetzt.

Das Publikum, bestehend aus Neuzuwanderern , Unterstützern und Nachbarn konnte zumindest für die Dauer des Konzertes die oft hetzerische und menschenverachtende Realität vor der Tür ausblenden. Unter der Leitung von Annegret Keller- Steegmann wurden den Besuchern Bilder des Willkommens und der Solidarität geboten, die mit den oft rassistisch motivierten Darstellungen über die Situation In den Peschen kaum in Einklang zu bringen sind. Wie nicht anders zu erwarten waren die Repräsentanten der Stadtspitze der Einladung fern geblieben.

Zerrissener kann es in Duisburg kaum zugehen, wenn man im Gegensatz dazu die neuesten Meldungen zum betroffenen sogenannten Problemhaus wahrnimmt. So heißt es in aktuellen Presseberichten der WAZ, dass der Vermieter des Hauses Barisic dabei ist seine Immobilien räumen zu lassen. Ein Haus in der Beguinenstrasse sei bereits geräumt worden. Offenbar ist Barisic durch die Stadt Duisburg angehalten worden bestehende Verträge nicht zu verlängern bzw. keine neuen Verträge auszustellen. Die Stadt legt vermutlich ein neues Landesgesetz zugrunde, wonach Überbelegung von Wohnraum durch die Kommunen verhindert werden kann. Unterstützt würde Barisic dabei von der örtlichen Polizeibehörde und dem sozialem Trägerverein ZOF eV., der in Auftrag der Stadt seit einigen Monaten dort soziale Arbeit anbietet. Barisic, der in den Medien des Öfteren als eher unseriös beschrieben wurde hat offenbar nun eine unheilige Allianz mit der Stadt Duisburg geschmiedet. Denn auch die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf neue Wohnungen für die betroffenen Familien zur Verfügung zu stellen. Ersatzwohnraum sei für die mehrere hundert Betroffene nicht vorgesehen. Vielmehr zeige man sich hoffnungsvoll optimistisch, dass die Betroffenen die Stadt verlassen würden um sich neue Quartiere zu suchen.

Aus Sicht des Duisburger Netzwerks gegen Rechts zeigt sich hier in aller Deutlichkeit, dass der Stadt, ihrem Oberbürgermeister und den im Rat vertretenden Parteien jedes Mittel recht ist,  um die Zuwanderer loszuwerden.  Es zeigt sich, dass im Angesicht einer solchen Vertreibungspolitik, das bereits vorliegende und völlig unzureichende Handlungskonzept nicht im Ansatz das hält, was es verspricht. Letztlich hat das Handlungskonzept aus unserer Sicht nur Alibifunktion um mögliche Fördertöpfe abzugreifen. Dass das Geld aus den Fördertöpfen nicht zur Verbesserung der Situation beiträgt, zeigt die Tatsache, dass man zwar niederschwellige Sprachkurse installiert hat, einen Schutz vor Verlust des Wohnraums bzw. menschenwürdigen Wohnraum nicht zur Verfügung stellen will.

 

Duisburger Netzwerk gegen Rechts

20.12.2013

 

 

 

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