Die Vertreibung von Roma in DU-Bergheim ist ein Skandal – Bandidos und Stadt Duisburg arbeiten Hand in Hand

 

Seit einiger Zeit hat die Stadt Duisburg offenbar ein Interesse daran, das sogenannte „Problemhaus“ In den Peschen in Duisburg-Rheinhausen leer zu ziehen, in dem bekanntlich eine große Zahl zugewanderter Menschen aus Rumänien und Bulgarien wohnen. Offiziell heißt es, man greife auf ein neues Landesgesetz zurück, nachdem Kommunen die Überbelegung durch private Vermieter verhindern können. Ein Anwalt der betroffenen BewohnerInnen hatte jedoch recht früh festgestellt, dass es keinerlei rechtliche Handhabe gäbe, die BewohnerInnen vor Anfang 2015 aus den Wohnungen zu jagen. So wäre rein theoretisch genug Zeit geblieben, neuen und angemessenen Wohnraum für die verbliebenen Familien zur Verfügung zu stellen, zumal sich die Stadt aufgrund einer Ratsresolution vom 9.9.2013 auch dazu verpflichtet hatte.

 

So jedoch nicht geschehen: die Stadt Duisburg hat offensichtlich inzwischen dem Hauseigentümer angeboten, ihm das Haus abzukaufen, jedoch nur unter der Bedingung, dass das Haus bis zum 15. April leergezogen sei. Daraufhin hatte der Eigentümer, stadtbekannt als Bandido-Mitglied und Rotlichtgröße, kurzerhand einen entsprechenden Schlägertrupp engagiert, um das Haus zu räumen. Bis auf sehr wenige Familien sind die Betroffenen nun in alle Himmelsrichtungen verstreut und das Haus steht nahezu leer. Es ist nicht zu erwarten, dass die Familien zurückkehren, da die Kinder bereits aus den Schulen abgemeldet wurden.

 

Vertreibung und Verdrängung haben in dieser Stadt, gemessen am Grüngürtelprojekt Bruckhausen, in dem beinahe ein ganzer Stadtteil zugunsten kapitaler Interessen des TKS Konzerns vertrieben wurde und dem umstrittenen FOC Projekt und die damit verbundene Vertreibung von etwa 1000 Betroffenen, eine lange Tradition. Mit dieser nun geschehenen Vertreibung aus dem Haus In den Peschen hat der soziale Verdrängungsprozess zweifelsfrei eine Qualität erreicht, der man unverhohlen rassistische Beweggründe unterstellen kann. Schon vor Monaten hatte der Duisburger Sozialdezernent Spaniel (SPD) auf die „hohe Mobilität“ der Betroffenen gesetzt und die Verantwortung für den Verbleib der Menschen weit von sich gewiesen.

 

Seit etwa zwei Jahren gefallen sich die etablierten Rathausparteien als Stichwortgeber für rechtsradikale Propaganda, indem in zahlreichen Pressestatements die zugewanderten Roma immer wieder mit Kriminalität, Prostitution und Verwahrlosung der Stadtteile in Verbindung gebracht wurden. Auf diesen Zug brauchten Pro NRW und NPD nur aufzuspringen, um gegen die Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien immer wieder ihre rechten Aufmärsche in Duisburg abzuhalten. Von offizieller Seite wurde immer wieder betont, dass die Zuwanderung ein Problem darstelle, dem man nicht Herr werden könne. Von ganzen „Invasionen“ von Zuwanderern war sogar die Rede.
Zum katastrophalen Schluss dieser für die Betroffenen leidvollen Geschichte bilden Stadt und Eigentümer, gewollt oder nicht gewollt, eine politisch wie menschlich stark zu verurteilende Allianz, in der sich die Stadt aus der Verantwortung für die zugewanderten Menschen zieht.

 

Denn das Recht auf Wohnen ist ein Grundrecht, welches allen Menschen universell zugestanden werden muss. Dabei kann es nicht sein, dass nach Herkunft und Finanzkraft von Betroffenen unterschieden wird und ganze Teile der Bevölkerung von diesem Recht ausgenommen werden.

 

16.03.2014

Duisburger Netzwerk gegen Rechts

 

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