1. Mai in Duisburg geprägt von antifaschistischen Protesten gegen rechte Aufmärsche

Am gestrigen 1. Mai sind etwa 1000 AntifaschistInnen dem Aufruf des Bündnisses „ Duisburg stellt sich quer“ gefolgt, um die Aufmärsche von NPD und Pro NRW zu verhindern.

In den letzten Monaten hatten diese faschistischen bzw. rechtsradikalen Organisationen immer wieder die in großen Teilen rassistisch aufgeladene Stimmung in Duisburg genutzt, um hier auf Stimmenfang zu gehen. Angesichts der Wahlerfolge der Rechten bei der Bundestagswahl steht zu befürchten, dass ihnen auch der Einzug in den Duisburger Stadtrat gelingen könnte. Jürgen Aust, Sprecher des Duisburger Netzwerk gegen Rechts, dazu: „ Sie sind aber letztlich nur die Spitze des Eisbergs. Wenn man sich die Äußerungen des amtierenden Oberbürgermeisters Sören Link und auch vieler anderer politisch Verantwortlicher dazu in Erinnerung ruft, in denen Zuwanderer unter Generalverdacht gestellt werden, dann zeigt dies eine Besorgnis erregende Entwicklung für Duisburg. Die aus Rumänien und Bulgarien zugewanderten Menschen stehen angeblich im Zusammenhang mit steigenden Straftaten und einem scheinbar unermesslichem Müllproblem in Duisburg. Das aktuelle Wahlplakat der CDU, die eine Fotografie vom sog. „Problemhaus“ in Duisburg-Rheinhausen benutzt, um zu deklarieren, dass Duisburg auch anders könne, stellt eine weitere Spielart rassistischer Demagogie dar.“

 

Während der Vormittagsstunden ist es den GegendemonstrantInnen immer wieder gelungen, durch lautstarke Gegenaktionen den Marsch der NPD, die lediglich ca. 100 TeilnehmerInnen mobilisieren konnte, zu stören. Als dann am Abend die rechte Splitterpartei PRO NRW eintraf, die mit etwa 75 rechten Gesinnungsgenossen angereist waren, gelang es durch die entschlossenen und lautstarken Proteste der anwesenden ca. 300 AntifaschistInnen zu verhindern, dass die rechte Hetze akustisch überhaupt wahrgenommen werden konnte.

Zeitgleich feierte der DGB im Landschaftspark Nord sein traditionelles Familienfest anlässlich des Tages der Arbeit. Zum wiederholten Mal hatte der DGB sich nicht dazu entschließen können, zu geeigneten Gegenprotesten gegen die immer häufiger werdenden Naziaufmärsche aufzurufen. Jürgen Aust dazu:“ Es ist aus unserer Sicht ein bedenkliches Zeichen, dass der DGB in Anbetracht des deutlich erstarkendem Rassismus in unserer Stadt offenbar keine Veranlassung sieht, hier eine klare antifaschistische Haltung zu beziehen.“

Thomas Zmrzly, ebenfalls Sprecher des Netzwerks, abschließend:“ Wir werten die gestrigen Aktionen durchaus als Erfolg, warnen jedoch davor, jetzt die Arbeit ruhen zu lassen. Es ist von hoher Wichtigkeit, auch jenseits der Blockadebündnisse die antirassistische Arbeit weiter zu führen. Aktuell gilt es, die Hetze gegen Roma in Duisburg zu stoppen und politisch gleiche Rechte für die Roma zu fordern.“

Duisburger Netzwerk gegen Rechts
04.05.2014

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