„Marxloh redet Tacheles“ am Runden Tisch – Politik bleibt Antworten schuldig

Am 2.Juli 2014 hatte der „Runde Tisch Marxloh“ zur Veranstaltung „Marxloh redet Tacheles“ eingeladen. Etwa 250 TeilnehmerInnen aus Marxloh, VertreterInnen aus Politik und Verwaltung und einige Auswärtige waren der Einladung gefolgt, um über die aktuellen Problemlagen im Stadtteil zu diskutieren.
Unter den Anwesenden hatten sich auch VertreterInnen der rechtspopulistischen Partei PRO NRW eingefunden, um die aufgeladene Situation im Stadtteil für ihre Propaganda zu nutzen. Die ModeratorInnen hatten direkt zu Beginn der Veranstaltung darauf verwiesen, daß ausnahmslos BewohnerInnen des Stadtteils zu Wort kommen würden und dass rechtes Gedankengut kein Gehör finden dürfe. Nachdem PRO NRW wiederholt versucht hatten, sich mit ihrer rechtsradikalen Propagand Gehör zu verschaffen, wurden diese Störversuche durch einen Platzverweis seitens der Veranstalter quittiert.In den zum Teil hitzig und emotional geführten Debatten haben die MarxloherInnen ihre Frustration über die bestehenden Verhältnisse zum Ausdruck gebracht. Man fühle sich angesichts der hohen Zuzugszahlen von Südost-Europäern deutlich überfordert. Die massive Armut der ZuwanderInnen und die damit zusammenhängenden Probleme beschreiben die MarxloherInnen mit Betroffenheit, aber auch mit Wut und Ärger. Allgemein fühlt man sich in dieser Situation von Politik und Verwaltung allein gelassen und in der eigenen, oft von wachsender Armut betroffenen Lebenssituation, nicht ernst genommen.Die VertreterInnen aus Politik und Verwaltung konnten durch die Bank keine Lösungen präsentieren. Am engagiertesten zeigte sich dann ein Vertreter der Wirtschaftsbetriebe, der sich nun wieder vermehrt um wilde Müllkippen usw kümmern wolle, während SPD und CDU Vertreter händeringend versucht waren, die Verantwortlichkeiten in andere Hände abzuschieben. Leider waren Vertreter von Linkspartei und Grüne trotz Einladung der Veranstaltung fern geblieben.

Eine Sprecherin des Duisburger Netzwerks gegen Rechts dazu: „ Die Stimmung im Stadtteil ist durchaus deutlich aufgeladen. Die Wut der BewohnerInnen ist mehr als berechtigt, jedoch richtet sie sich z.T. in fataler Weise gegen die ZuwanderInnen. Es wird eine Herausforderung sein, diese Wut in den nächsten Wochen gegen die tatsächlich Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung umzulenken und mit klaren Forderungen zu belegen. So ist es unabdingbar, daß den ZuwanderInnen aus Rumänien und Bulgarien endlich die ihnen zustehenden existentiellen staatlichen Leistungen, menschenwürdiger Wohnraum, das Recht auf Bildung und gesundheitliche Versorgung zugestanden wird. Die Stadt Duisburg, die weiterhin auf Verdrängung und Vertreibung setzt, riskiert mit ihrer Politik des Aussitzens den sozialen Frieden in Marxloh.

Duisburger Netzwerk gegen Rechts
08.07.2014

 

 

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