Zelte für Kriegsflüchtlinge in Duisburg unwürdig und menschenverachtend

Während im Duisburger Norden die Abrissbagger nach wie vor hunderte gut erhaltene Wohnungen vernichten, müssen Flüchtlinge mit Zelten vorlieb nehmen. Das Netzwerk gegen Rechts erklärt dazu: Dies sind menschenverachtende Zustände, denen sich die Duisburger Zivilgesellschaft entschieden widersetzen sollte.

In den nächsten Tagen werden in Duisburg bis zu 160 Flüchtlinge auf einem ehemaligen Sportplatz in einer Zeltstadt untergebracht – 30qm für acht Personen, kein Boden, spärlichst möbliert, zugig, nass und kalt. Der zuständige Sozialdezernent der Stadt Duisburg, Spaniel (SPD), gibt sich hilflos angesichts dieses von ihm eingeleiteten Projekts, welches an Absurdität und Menschenverachtung kaum noch zu steigern ist.

Die Debatte um vermehrte Flüchtlingszahlen ist auch in Duisburg nicht neu. So hatte der Rat der Stadt noch im vergangenen Herbst die Errichtung von sieben neuen Asylbewerberheimen beschlossen, von denen ein Großteil bisher nicht fertiggestellt ist. Damals schon hatte dieser Plan für erhebliches Unverständnis gesorgt, verfügt die Stadt selbst doch über tausende leerstehende Wohnungen, die angeblich nicht gebraucht würden. Eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen kommt für die Verantwortlichen der Stadt damals wie heute nicht in Frage. Unter dem Vorwand, man müsse die Betroffenen engmaschig betreuen und unterstützen, war zunächst die Unterbringung zentral, in wenig integrativen Wohncontainern favorisiert worden. Das Duisburger Netzwerk gegen Rechts hatte diese Wohncontainer Lösung schon damals als unzureichend und nicht angemessen deutlich kritisiert. So ein Sprecher des Netzwerkes: „Die Unterbringung in Wohncontainern bietet nur unzureichend Platz für die betroffenen Familien, es gibt dort keinerlei Privatsphäre. Zudem sind die Standorte derart weit von den Stadtteilzentren entfernt, dass eine Teilhabe an den Aktivitäten des täglichen Lebens kaum möglich sind. Eine Integration der Betroffenen in einen neuen Lebensmittelpunkt ist von daher nahezu ausgeschlossen.“

 Die nun errichtete Zeltstadt lässt an umkämpfte Krisenherde und Kriegsgebiete denken, aber keinesfalls an eine Flüchtlingsunterkunft in einem der reichsten Länder der Welt. Während sich innerhalb der Duisburger Bevölkerung Empörung und Unverständnis über diese unwürdige Art der Unterbringung breit machen, schweigt das Duisburger Rathaus. Keine der im Rathaus vertretenden Parteien übt sich hierzu in wahrnehmbarer Opposition. Es verstärkt sich der Eindruck einer Allparteienallianz, die sich in den wesentlichen Ausdrücken einig ist: Hilflos, tatenlos, alternativlos neoliberal und menschenverachtend.

Das Duisburger Netzwerk gegen Rechts fordert eine sofortige dezentrale Unterbringung der betroffenen Flüchtlinge in angemessenen Wohnungen, die es zu hunderten in Duisburg gibt. Allein am Hamborner Zinkhüttenplatz stehen zur Zeit 230 gut gepflegte und erhaltene Wohnungen leer, die, wenn es nach dem Willen der Stadt geht, einem Factory Outlet Center weichen sollen.

Deshalb fordern wir:

Für eine solidarische und lebenswerte Stadt für alle hier lebenden Menschen!

Gleiche Rechte und menschenwürdiger Wohnraum für alle!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Duisburger Netzwerk gegen Rechts

23.08.2014

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