Gegen Rassismus, geistige Brandstiftung und Ausgrenzung – rechte Hetzer trafen in Neumühl auf breiten Widerstand

Am vergangenen Freitag waren etwa 100 AntirassistInnen, darunter auch die katholischen Pfadfinder aus Hamborn, dem Aufruf des Duisburger Netzwerks gegen Rechts gefolgt, um erneut PRO NRW und ihren UnterstützerInnen in Duisburg-Neumühl klare Kante gegen ihre rassistische Hetze zu zeigen.

PRO NRW hatte für diesen Abend erneut gegen die geplante Asylunterkunft im Neumühler St. Barbara-Hospital mobil gemacht und versucht, sich die in Teilen rassistisch aufgeladene Stimmung im Stadtteil zunutze zu machen.
Eine Woche zuvor war eine städtische Informationsveranstaltung zum Thema völlig aus dem Ruder gelaufen. Rechte AktivistInnen hatten gemeinsam mit GegnerInnen des Asylbewerberheims aus Neumühl für tumultartige Ausschreitungen gesorgt. Im Vorfeld hatte ein über Facebookforen verbreitetes Gerücht für Aufregung gesorgt, das besagte, zwei Romafrauen hätten angeblich versucht, ein Kind zu entführen. Obwohl diese Lüge schnell von der Polizei dementiert wurde, kam es im Internet daraufhin wiederholt zu offener Volksverhetzung und rassistischen Gewaltaufrufen.

So konnte PRO NRW sich auch am Freitag Abend nicht über einen Mangel an Zuspruch von Seiten der Neumühler Bevölkerung beklagen. Mehrere dutzend Menschen hatten sich zu den RassistInnen von PRO NRW hinter die Sperrgitter getraut, zudem gab es auch von außerhalb von weiteren NeumühlerInnen frenetischen Applaus für die menschenverachtenden Parolen der rechten Splitterpartei.
„Wir haben in Neumühl erneut eine besorgniserregend rassistisch aufgeheizte Stimmung zur Kenntnis nehmen müssen. Unsere TeilnehmerInnen sahen sich üblen Beschimpfungen und Drohungen ausgesetzt. Es ist angesichts dieser Situation sehr bedauerlich, dass sich nicht mehr gesellschaftliche Kräfte in Neumühl den Rechten entgegen gestellt haben. Alle demokratisch gesinnten NeumühlerInnen sind nun dringend aufgefordert, die ‘Neumühler Erklärung’ wieder in das Zentrum des Selbstverständnisses des Stadtteillebens zu rücken. Es muss verhindert werden, dass rechte Hetzer sich in Neumühl etablieren. Darüberhinaus steht die Stadt in der Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass der Schutz der erwarteten Flüchtlinge absolut gewährleistet und die bedrohliche Situation ernst genommen wird. Eine Strategie des „Wir zeigen ihnen die kalte Schulter“ oder „Wir schenken ihnen keine Aufmerksamkeit“ (wie bisher vom ‘Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage’) wird den aktuellen Ereignissen in keinster Weise gerecht.“


Duisburger Netzwerk gegen Rechts
28.09.2014

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