Fünf Thesen über den Erfolg des Netzwerk »Hooligans gegen Salafismus« (HoGeSa)

Mit ‘HogeSa’ versucht die militante extreme Rechte in Deutschland aktuell an den in der deutschen Mehrheitsgesellschaft weit verbreiteten antimuslimischen Rassismus anzudocken.
Viele Linke springen dabei auf den von den Rechten vorgeschobenen “Antisalafismus” an und positionieren sich “gegen Rassismus und Fundamentalismus”. Damit allerdings relativieren sie die Gefahr, die vom Rassismus ausgeht und erschweren gleichzeitig einen Schulterschluss mit Muslimen, welcher für den Kampf gegen die antimuslimische Hetze der Rechten, der Medien und der bürgerlichen “Mitte” unerlässlich ist.
Fünf Thesen über den Erfolg von ‘HoGeSa’, den antimuslimischen Rassismus und die Aufgabe der Linken:

Fünf Thesen über den Erfolg des Netzwerk »Hooligans gegen Salafismus« (HoGeSa), den antimuslimischen Rassismus und die Aufgaben der Linken. Vom Netzwerk marx21


1. Die Mobilisierungserfolge des Netzwerks »Hooligans gegen Salafismus« (HoGeSa) sind Ausdruck eines Strategiewechsels in der rechten Szene: Die Hetze gegen Muslime und den Islam ist zu einem zentralen Bestandteil ihrer Politik geworden. Unter dem Deckmantel der »Salafismuskritik« wollen die Neonazis im Kampf um die Straße wieder in die Offensive kommen.
Die rechte Szene verschiebt anscheinend den inhaltlichen Schwerpunkt ihrer Straßenproteste. In der Vergangenheit hatten die größten Aufmärsche vor allem die Traditionspflege zum Anlass. Beispiele dafür sind die Feiern zur Verherrlichung des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß oder die Aufmärsche anlässlich der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg.
Der jährliche Naziaufmarsch in Dresden war einmal der größte Europas, bevor wiederholte Blockaden von antifaschistischen Bündnissen seine Durchführung nahezu unmöglich gemacht haben. Es war allerdings nur eine Frage der Zeit, bis die Nazis einen neuen Weg auf die Straße finden würden. Denn Aufmärsche wie in Dresden stellen eines der zentralen Elemente in der Strategie der Faschistinnen und Faschisten dar. Neben dem Kampf um die Köpfe und dem Kampf um die Parlamente führen sie bewusst einen Kampf um die Straße, um Macht zu demonstrieren. Faschistinnen und Faschisten können Anziehungskraft auf ihr Umfeld ausüben, wenn sie den Eindruck erwecken, sie könnten ihre Gegner niederhalten. Aufmärsche lassen sie als die Macht auf der Straße erscheinen. Der HoGeSa-Aufmarsch von Köln war die größte Machtdemonstration der extremen Rechten der vergangenen Jahre. Während der Demonstration waren zahlreiche klassische Neonazi-Parolen wie »Hier marschiert der nationale Widerstand«, »Frei, sozial und national« oder »Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!« zu hören. Mehrfach wurde Journalistinnen und Journalisten unter Rufen wie »Lügenpresse auf die Fresse« Gewalt angedroht.
Klar ist: HoGeSa besteht keineswegs nur aus randalierenden »unpolitischen« Fußballfans. Zu den Gründungsmitgliedern zählten von Beginn an rechtsextreme Kader aus ganz Deutschland. Dazu gehören Christian Hehl, bekennender Neonazi und NPD-Gemeinderatsmitglied in Mannheim, Siegfried Borchardt von der Partei Die Rechte und der Pro-NRW-Ratsherr Dominik Horst Roeseler. Letzterer agierte als Sprecher der Gruppe.

http://marx21.de/das-problem-heisst-rassismus-nicht-salafismus/

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