Polizei setzt in Marxloh auf Eskalation – Polizeigewerkschaft beschwört sog. „No-go-Areas“ – WAZ und Spiegel Online zündeln mit

Polizist mit MG

In den letzten Wochen ist es im Stadtteil Marxloh vermehrt zu massiven Polizeirazzien gekommen – die Polizeigewerkschaft spricht erneut von Angsträumen und fordert eine erhöhte Präsenz von polizeilichen Kräften im Stadtteil.

Der sog. „Problemstadtteil“ ist in den letzten Wochen wieder vermehrt in den Schlagzeilen der bundesweiten Presse. Schlagbegriffe wie „No go-Area“, „Angstraum“ und „Problemviertel“ suggerieren apokalyptische Zustände in dem von wachsender Armut betroffenen Duisburger Norden. Lokalpolitiker von CDU und SPD lassen sich mit markigen Zitaten abbilden wie „der Stadtteil steht kurz vor dem Abgrund…“ und unterstützen die behördliche und mediale Hetze gegen die betroffenen Anwohner.
So gab es in den vergangenen vierzehn Tagen wiederholte Razzien in Cafés und Privatwohnungen mittels eines riesigen Polizeiaufgebotes. Die polizeiliche Aufklärungsquote vermeidlicher Verbrechen war dagegen vergleichsweise gering. Zudem gab es vermehrt PKW-Kontrollen mit vorgehaltener Waffe, die einen etwaigen Ausnahmezustand annehmen ließen.

Nicht zum ersten Mal versucht die Polizeigewerkschaft die migrantische Bevölkerung zu kriminalisieren, um den vielfach beschworenen Personalmangel auf Kosten der betroffenen Marxloher bei der oberen Dienstbehörde durchzusetzen.
Es kann nicht sein, dass die politische Antwort auf wachsende Armut das Kriminalisieren eines ganzen Stadtviertels zur Folge hat. Das Suggerieren von subjektiven „Angsträumen“ dient letztlich nur der Spaltung des Stadtteils und weiterer Unruhe in Marxloh. So hatte schon bereits der Zuzug von Zuwanderern aus Südosteuropa die Gemüter erhitzt. Schon hier hatten die lokale Presse und einige Lokalpolitiker die Verantwortlichkeiten für die wachsende Armut auf rassistische Art und Weise den Zuwanderern zuzuschreiben versucht. Jetzt machen Polizei, Politik und Behörden „marodierende Jugendbanden“ und „kriminelle Clans“ aus, die angeblich den sozialen Frieden gefährden würden.

Das Duisburger Netzwerk gegen Rechts sagt dazu in aller Deutlichkeit: Das Problem sind nicht die betroffenen Menschen – das Problem heißt Armut und soziale Ausgrenzung!

Dem gilt es, sich entschieden entgegen zu stellen! Für eine lebenswerte und solidarische Gesellschaft !

 

Duisburger Netzwerk gegen Rechts

  1. 07.2015

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