PEGIDA und Neonazis Hand in Hand – Rechte Hooligans greifen Gegendemonstration an – Polizei wieder einmal überfordert

Am gestrigen Montag marschierte PEGIDA NRW zum mittlerweile 32. Mal in Duisburg auf, um gegen Muslime, Flüchtlinge und Zuwanderer zu hetzen. Dabei zeigte sich ganz offen, was sich bereits in den letzten Wochen und Monaten abgezeichnet hatte: bei PEGIDA NRW rücken Rechtspopulisten und Neonazis immer stärker zusammen. Gleichzeitig sieht die Polizei die Hauptgefahr offenbar immer noch bei der antifaschistischen Linken und den Menschen, die seit vielen Monaten die Gegenproteste aktiv unterstützen

Hogesa bei PEGida NRW

Nach der Attacke fühlten sich die Angreifer so selbstsicher, dass sie
noch gemeinsam mit der PEGIDA-Demoleitung ablichten und das Foto auf
online stellen ließen. (Quelle:
https://www.facebook.com/pegida.nrw.offiziell/photos/pcb.1632400163700466/1632399560367193/?type=3&theater)

Obwohl PEGIDA nicht müde wird, zu behaupten, bei ihnen handele es sich um „besorgte Bürger“ und mit Nazis und „Extremisten“ wolle man nichts zu tun haben, sprechen die Tatsachen eine ganz andere Sprache. Seit Monaten laufen regelmäßig Neonazis von der NPD, HoGeSa und dem Nationalen Widerstand Duisburg auf den allmontaglichen Aufmärschen mit – Antisemiten Seite an der Seite von Kulturkriegern, die vermeintlich das „jüdisch-christliche Abendland“ retten wollen.

Auf der gestrigen Demonstration schließlich kam es zu einem organisierten Angriff etwa 20 rechter Hooligans auf die Gegenkundgebung des Duisburger Netzwerks gegen Rechts und der antifaschistischen Gegenproteste. Obwohl sich bereits in den Wochen zuvor Neonazis hinter den PEGIDA-Gegnern gesammelt hatten, sah die Polizei darin keinen Grund, den antifaschistischen Protest gegen mögliche Angriffe vorsorglich zu schützen. Tatsächlich griffen die Beamten am vergangenen Montag erst ein, als sie von den Anmeldern der Gegenproteste lautstark darauf hingewiesen wurde, dass Neonazis im Begriff waren, die Gegendemonstranten von hinten zu attackieren. Bei diesem Angriff wurden mehrere PEGIDA-Gegner verletzt, einer musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Unterdessen nahm die Polizei nicht die Angreifer fest – diese konnten nach der Attacke ungehindert zu ihren Kameraden auf der Demonstration stoßen, wo sie mit Hitlergrüßen und Jubel empfangen wurden -, sondern führte stattdessen zwei Antifaschisten zwischenzeitlich zu einer erkennungsdienstlichen Behandlung ab.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Duisburger Polizei die regelmäßigen PEGIDA-Aufmärsche in Duisburg erst garnicht mehr an die Behörden in Düsseldorf weiterleitet, sodass PEGIDA NRW offiziell seit Monaten für die herrschende Politik kein Thema mehr ist. Aber auch die lokale Öffentlichkeit schweigt das Thema tot. Der Protest gegen die rechte Sammelbewegung wird seit Mitte Januar 2015 von einem Teil des widerständigen Duisburger Spektrums auf die Straße getragen, während sich Gewerkschaften und andere politische und zivilgesellschaftliche Organisationen weder zu den regelmäßigen rassistischen Aufmärschen in Duisburg äußern noch bei den Gegenaktionen blicken lassen. Gleichzeitig werden Antifaschisten und PEGIDA-Gegner immer wieder mit Repressalien überzogen.

Wir jedenfalls werden trotz der rechten Gewalt und staatlicher Repression unseren Widerstand gegen jede Form von Rassismus – egal ob Seite an Seite mit Nazis, Rechtspopulisten oder aus der bürgerlichen „Mitte“ heraus – aufrechterhalten und in die Öffentlichkeit tragen!

Duisburger Netzwerk gegen Rechts
29.09.2015

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