Mit rechten Positionen gegen rechts? DGB lädt Referenten zu Antirassismustagung ein, denen Islamhass vorgeworfen wird

Von Markus Bernhardt

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Um ein Zeichen gegen den zunehmenden gesellschaftlichen Rechtsruck zu setzen, lädt das nordrhein-westfälische Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für den 23. April zu einer Tagung in das links-alternative Kulturzentrum »Bahnhof Langendreer« in Bochum ein.

Unter dem Motto »Solidarität statt Rechtsruck – Zusammenhalten gegen Rassismus und Ausgrenzung« hat das DGB-Bildungswerk eigenen Angaben zufolge »Fachleute aus Praxis, Wissenschaft und Politik« eingeladen, die sich im Rahmen der Tagung mit Aktiven, »die sich gegen Rassismus und Ausgrenzung engagieren«, austauschen sollen.

Was ursprünglich vielleicht gut gemeint war, sorgt nun für Verstimmung. Finden sich doch auf der Liste der Referenten auch Personen, denen selbst eine Nähe zum Rechtspopulismus nachgesagt wird. Das Gros der Vorwürfe, die unter anderem von Gewerkschaftsmitgliedern von der Basis, aber auch der nordrhein-westfälischen Linkspartei geäußert werden, richtet sich dabei gegen die Sozialwissenschaftlerin und Publizistin Necla Kelek.

Kelek war in der Vergangenheit mehrfach als Verteidigerin der Thesen des SPD-Politikers Thilo Sarrazin aufgetreten und wurde der rassistischen Stimmungsmache gegen Muslime bezichtigt. So behauptete sie etwa bezüglich islamisch erzogener Menschen, dass diese »nicht die Fähigkeit« hätten, »ihre Sexualität zu kontrollieren«. »Besonders der Mann nicht, und der ist ständig eigentlich herausgefordert und muss auch der Sexualität nachgehen. Er muss sich entleeren, heißt es, und wenn er keine Frau findet, dann eben ein Tier«. »Hier hat ein verantwortungsvoller Bürger bittere Wahrheiten drastisch ausgesprochen und sich über Deutschland den Kopf zerbrochen«, äußerte sie an anderer Stelle bezüglich der rassistischen Thesen Sarrazins.

weiter unter: https://www.jungewelt.de/2016/04-05/016.php

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