Für menschenwürdige Haftbedingungen – Solidarität mit Yusuf Tas

Der politische Gefangene Yusuf Tas befindet sich seit dem 30.3.2017 im
Hungerstreik. Hintergrund dieses drastischen Protests sind offenbar
nunmehr monatelange Versuche seitens Tas, in seiner Herkunftssprache
türkisch, mit seinem Anwalt, Familie und Freunden zu kommunizieren. Das
Telefonieren in türkischer Sprache wurde ihm untersagt, Briefe in
türkischer Sprache wurden zurückgehalten. Mehrere Anträge dazu wurden
abgelehnt, man habe keine entsprechenden Übersetzer, die finanziellen
Mittel für einen Übersetzer seien nicht vorhanden.
Nach 34 Tagen Hungerstreik hatte man dann Tas, gegen seinen erklärten
Willen in ein JVA Krankenhaus verlegt, Besuch oder gar der Kontakt zu
seinem Anwalt wurde ihm bis gestern offenbar verweigert. Offensichtlich
wurde ihm bereits mit der Maßnahme der Zwangsernährung gedroht. Diese,
gegen jedes Menschenrecht verstoßende Maßnahme hatte bereits in der
Vergangenheit etlichen Gefangenen das Leben gekostet und darf unter
heutigen Gesichtspunkten durchaus als Foltermethode bezeichnet werden.
Soweit darf es nicht kommen! Es kann nicht sein, dass aus reiner
Behördenwillkür, der Tod des Gefangenen in Kauf genommen wird. Es liegt
in der Verantwortung der zuständigen Behörden diesem unsäglichem Treiben
ein Ende zu setzen und Yusuf Tas die Kommunikation in seiner
Herkunftssprache zu ermöglichen.
Wir verurteilen dieses menschenverachtende Verhalten seitens der
Behörde auf das Äußerste und fordern diese offensichtlich willkürlichen
Anordnungen einzustellen.
Wir fordern zudem:
– Uneingeschränktes Recht auf Kommunikation, sei es in Briefwechseln,
Telefonaten oder Literaturauswahl

– Keine Zwangsmaßnahmen, keine Zwangsernährung

Wir rufen alle solidarischen Kräfte dazu auf, gegen dieses barbarische
Treiben deutlichen Protest zu erheben.

Etwaige Protestbriefe sollten an
folgende Adresse gesendet werden: Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg,
Schubartstr.20, 71679 Asberg, EMail: poststelle@jvkasberg.justiz.bwl.de

Siehe auch:

http://political-prisoners.net/item/5093-yusuf-tas-weiterhin-gefahr-einer-zwangsernaehrung.html

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