»Links Politik erinnert an die der AfD«

Duisburg wählt einen neuen Oberbürgermeister. Der bisherige hetzt gegen Migranten. Gespräch mit Sylvia Brennemann

Zeitgleich zur Bundestagswahl findet in Duis­burg auch die Wahl zum Oberbürgermeister statt. Unterstützen Sie den derzeitigen sozial­demokratischen Amtsinhaber Sören Link, der erneut für dieses Amt antritt?

Nein, auf keinen Fall. Herr Link ist seit 2012 Oberbürgermeister. Er kam überhaupt erst ins Amt, als sein Vorgänger Adolf Sauerland von der CDU durch einen Bürgerentscheid abgewählt wurde. Viele Menschen hofften damals auf einen politischen Neuanfang. Bekommen haben sie rassistische Stimmungsmache und eine bemerkenswerte Spaltung der Stadtgesellschaft. Herr Link imponiert insbesondere durch seine Law-and-Order-Politik, die er selber Null-Toleranz-Politik nennt. Er vermag es auf zynische Art und Weise, die stetig wachsende Zahl von Armut betroffener Menschen gegeneinander auszuspielen. Insbesondere im Stadtteil Marxloh zündelt er angesichts der Stimmung gegen Zuwanderer aus Südosteuropa, indem er diesen Menschen immer wieder die ursächliche Verantwortung für die Probleme des Duisburger Nordens zuschreibt. Damit spielt er rechten Gruppen und Parteien gefährlich in die Hände und lenkt gleichzeitig von den wirklichen Problemen ab.

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