So verhindert der DGB keinen Nazi-Aufmarsch

 

 

 

„Der DGB ruft alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich am Sonntag, 28. März, um 11.00 Uhr vor dem Schwelgern-Stadion in Marxloh friedlich zu versammeln.......Danach zieht der Protestmarsch zum Elisenhofplatz gegenüber der Moschee. Dort findet die Abschlusskundgebung statt“ (WAZ v. 06.03.2010). Gleichzeitig wurde bekannt, dass der SPD-Vorsitzende Siegmar Gabriel und die NRW-Vorsitzende Hannelore Kraft den Protestmarsch anführen werden.

 

Das Netzwerk gegen Rechts drückt sein Befremden darüber aus, dass der DGB sich mit seiner „Gegendemonstration“ von dem bisher breiten Konsens des  Duisburger Widerstandes, nämlich den Aufmarsch von Pro NRW und NPD zu verhindern, nicht nur distanziert, sondern den Anlass offenbar auch noch zu einer SPD-Wahlveranstaltung nutzen will.  Sowohl die Losung des Marxloher Bündnisses „Nazi-Aufmarsch verhindern“, als auch das überörtliche Bündnis „Duisburg stellt sich quer!“ mit seiner Forderung, mit Massenblockaden den Aktionen der Nazis entgegenzutreten, orientieren deutlich darauf, den Aufmarsch von Pro NRW und NPD zu verhindern. Bekanntlich ist es in Dresden am 13.02.2010 gelungen, durch eine massenhafte Blockade sich dem alljährlichen Nazi-Aufmarsch entgegen zu stellen. Auch in Dresden wurde versucht, durch eine symbolhafte Menschenkette abseits des Nazi-Aufmarsches ein „Zeichen“ zu setzen. Diese Aktion wurde z.B. vom Generalsekretär des Zentralrates  der Juden, Stefan Kramer, dahingehend kritisiert, die Menschenkette sei „ein zartes Pflänzchen, aber (kein) tragfähiges Konzept (gewesen)....Hätten sich die Blockaden nicht als erfolgreich erwiesen, hätte auch die Menschenkette keinen Erfolg gehabt.“ Auch die DGB-Demonstration will sich den rechten Aufmärschen nicht in den Weg stellen, sondern wie bereits 2005 abseits davon, gewissermaßen symbolhaft, dagegen protestieren. Damit wird sie aber zweifellos „die politische Brandstiftung“ nicht verhindern, sie wird sie lediglich abseits davon „begleiten“.

 

Wir halten deshalb das Vorhaben des DGB für den falschen Weg. Auch in Dresden hatte der dortige DGB-Vorsitzende sich von dem Blockade-Aufruf zunächst distanziert, jedoch am Tag vor dem Nazi-Aufmarsch die DGB-Mitglieder dazu aufgerufen, zum Sammelpunkt der Nazis zu marschieren.  Wir richten deshalb hiermit an den Duisburger DGB den dringenden Appell, sein Vorhaben zu korrigieren und sich der Orientierung der anderen Bündnisse anzuschliessen.

 

 

Den Nazi-Aufmarsch verhindern ! Marxloh blockieren !

 

Duisburger Netzwerk gegen Rechts, 9.3.10




Veröffentlicht am:
16:30:46 09.03.2010 von HvS

Letzte Aktualisierung
16:30:46 09.03.2010


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